
So schön. Und so schrecklich. Zehn Tage in der Wüste – und am Ende ganz bei mir.
Ich wollte wieder in die Wüste. Ihre Weite, ihre Stille, dieses besondere Gefühl von Klarheit und Einfachheit erleben, das ich von meinen letzten Wüstenreisen kannte. Doch diesmal war vieles anders: die Bedingungen, das Wetter, mein eigenes Erleben. Und gerade deshalb wurde es eine Erfahrung, die mich besonders berührt hat 🧡
Andere Bilder im Kopf
Ich bin in die Wüste gefahren, um die Weite zu genießen.
Ich wollte die Stille spüren, die leere Landschaft. Und das Schimmern der Dünen im Abendlicht.
Ich hatte mich darauf gefreut draußen zu sein, den Körper zu spüren, das einfache Leben am Lagerfeuer.
Und bei mir zu sein.
All diese Bilder hatte ich im Kopf. Dazu noch die Sehnsucht nach klarer Luft, warmer Sonne, dem Schaukeln eines Kamels, vielleicht ein bisschen Wind.
Und dann liege ich in der ersten Nacht auf einer Düne, drehe mich von einer Seite auf die andere – und bekomme kaum Luft.
Der Platz war traumhaft: offene Sicht über die ganze Umgebung.
Aber der Wind trug den feinen Sand direkt in mein Gesicht. Immer wieder.
Ich zog mir den Schal über die Nase, drehte mich weg, versuchte es mit der Kapuze.
Es half alles nichts.
Ich lag da, müde, aber hellwach – mit dem Gefühl: Ich werde den Sand nicht los!
Regen in der Wüste
In der zweiten Nacht kam der Regen – ja, so richtig Regen (eigentlich eine Sensation in der Wüste!).
Ich hätte nicht gedacht, dass es in der Wüste so regnen kann!
Stundenlang prasselte es auf die Plane über mir, der Wind zerrte an allem, der Sand klebte überall.
Ich lag unter meiner Plane und versuchte, sie so gut es ging festzuhalten. An Schlafen war nicht zu denken. Ich war nicht mehr ruhig, nicht mehr gespannt, nicht mehr neugierig.
Ich war einfach nur erschöpft. Und fühlte mich ausgeliefert.
Die Kälte, die Nässe, der ständige Sand – nichts davon ließ mich zur Ruhe kommen.
Und mein Körper reagierte. Ich wurde krank 🙁
Nur noch durchhalten?
In den Tagen danach habe ich gezählt.
Wie viele Nächte noch? Wie viele Kilometer?
Ich habe durchgehalten – aber mit innerem Widerstand.
Ich funktionierte irgendwie.
Etliche Mal war die Frage in meinem Kopf: „Was mache ich eigentlich hier?“
Ich wollte, dass es aufhört. Dass es endlich leichter wird.
Aber es wurde nicht leichter – bis ich innerlich aufgehört habe zu kämpfen.
Bleiben, Spüren, Vertrauen …
Dann kam dieser eine Tag, der alles veränderte: unser Pausentag.
Zum ersten Mal mussten wir nicht weiterziehen.
Kein Aufbruch, kein Laufen, kein neuer Lagerplatz. Einfach nur da bleiben.
Ich habe mir etwas erlaubt, das mir sonst schwerfällt: Ich bin ins Beduinenzelt gekrochen und blieb im Schlafsack. Ich habe einfach geschlafen – den halben Tag. Die anderen waren unterwegs, das Lager war leer. Ich war allein.
Und es war wunderschön.
Endlich war es still – auch in mir.
Am Nachmittag zog es mich nach draußen. Ich packte mich dick ein, nahm die Kamera mit und ging los. Der Sand war warm, das Licht weich. Die Dünen leuchteten in der Nachmittagssonne.
Ich setzte mich auf einen Hügel, ließ den Blick schweifen.
Kein Ziel, kein Plan. Nur ich.
Ich genoß diese wunderbare Stille. Und eine sanfte Freude, die langsam zurückkam.
In diesem Moment habe ich wieder gespürt, wie schön es hier ist.
Diese Landschaft. Diese Weite. Diese unglaubliche Klarheit.
Und ich habe gemerkt: Ich kann mir vertrauen. Ich weiß genau, was mir gut tut – wenn ich bereit bin, auf mich zu hören.
Nicht auf das, was „der Plan“ ist.
Sondern auf das, was sich für mich stimmig anfühlt.
Kleine Momente, große Wirkung
In den Tagen danach habe ich mir immer wieder kleine Momente geschaffen, in denen ich bei mir sein konnte. Ich bin allein losgezogen, habe mir einen Platz gesucht, wo der Wind nicht ganz so kalt war – manchmal einfach hinter einem Busch, der ein bisschen Schutz bot. Ich habe mich hingesetzt, tief durchgeatmet und einfach in die Landschaft geschaut.
Es war nicht bequem. Und gesund war ich immer noch nicht …
Aber ich habe es trotzdem genossen.
Nicht, weil alles perfekt war – sondern weil ich angefangen habe, mit dem zu gehen, was gerade da war.
Und genau das hat mir gezeigt: Ich kann selbst dafür sorgen, dass es mir gut geht. Auch mitten im Sand, im Wind, in der Unruhe.
Ich brauche keinen perfekten Moment – sondern nur den Mut, mich einzulassen.
Ich komme wieder
Am letzten Nachmittag durfte ich noch einmal auf einem Kamel reiten.
Vor mir der Kamelführer, daneben Mitreisende.
Niemand sprach.
Wir gingen durch diese Bilderbuchlandschaft, Schritt für Schritt, in das sanfte Licht der Nachmittagssonne hinein. Das Kamel unter mir schaukelte gleichmäßig durch den Sand.
In diesem Moment brauchte ich nichts, wollte ich nichts.
Es war einfach alles gut.
Und am Morgen – nach unserer letzten Nacht in der Wüste – lag ich noch einmal im Schlafsack und schaute in den Himmel. Die Sonne ging auf und alles war noch ruhig.
Ich setzte mich auf und ließ meinen Blick über die Dünen schweifen. Warm eingekuschelt und ganz für mich sagte ich innerlich Danke.
Für die Erfahrungen der letzten Tage. Für das Schöne – und für das Schwere.
Ein paar Tränen des Glücks kullerten über meine Wangen. Und ganz still kam der Gedanke:
Ich komme wieder.
Was bleibt?
Die Wüste war dieses Mal nicht nur warm und weit. Sie war auch laut, kalt und unbequem.
Sie hat mich gefordert und an meine Grenzen gebracht.
Aber genau darin lag ihr Geschenk.
Sie hat mich erinnert, dass ich nicht darauf warten muss, dass etwas „passt“, um es genießen zu dürfen.
Dass Ruhe nicht immer durch äußere Umstände entsteht – sondern oft erst dann, wenn ich aufhöre zu kämpfen.
Und dass das, was ich wirklich brauche, in mir zu finden ist.
Wenn ich bereit bin, mich still hinzusetzen – und zuzuhören.
Willst du mitkommen?
Im November 2026 werde ich eine eigene Wüstentour mit Kamelen organisieren – für eine kleine Gruppe Menschen, die in der Natur sich selbst wieder begegnen wollen.
Mit Wandern, Reiten, Schweigen, Spüren – mit Weite, Wind, Schlafen unter dem Sternenhimmel und Musik am Lagerfeuer. Und vielleicht auch ein bisschen Sand im Gesicht …
Begleitet von sanften Impulsen, die dir helfen, bei dir anzukommen – egal, was im Außen gerade ist.
Wenn du Interesse hast, schreib mir gern – ich halte dich auf dem Laufenden.
Möchtest du die Verbindung zu dir selbst stärken, damit du kraftvoll im Außen handeln kannst? Hol dir meine gratis Körperübung für mehr Selbstsicherheit und Verbundenheit!