Pferdemomente-Blog

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Raum und Grenzen, Teil 1 - Den eigenen Raum spüren

Die Themen „eigener Raum“ und „Grenzen“ sind im Coaching mit den Pferden immer sehr präsent. Kein Wunder, denn sie sind alltägliche Aufgaben für unser Miteinander, egal ob mit Pferden oder Menschen. Als soziale Wesen wünschen wir uns Nähe und Kontakt – und brauchen gleichzeitig einen ausreichenden persönlichen Wohfühl-Raum. Im beruflichen Umfeld, in der Familie, mit Freunden und auch mit Fremden sind wir deshalb immer gefragt, unser eigenes Raumbedürfnis wahrzunehmen und zu kommunizieren. Nur so kann ein echter und für beide Seiten stimmiger Kontakt entstehen.

Im ersten Teil der kleinen Serie zum Thema „Raum und Grenzen“ geht es deshalb um das Wahrnehmen des persönlichen Raumes. Das ist die Basis, um Grenzen setzen und Räume verhandeln zu können.

Raum für Körper und Geist

Jeder Mensch hat ein Bedürfnis nach seinem persönlichen Schutzraum. Der Körper braucht diesen Raum, damit der Geist präsent sein kann. Das Raumbedürfnis kann sehr verschieden sein, je nach momentaner Verfassung, Umgebung und beteiligten Personen. Es gibt kein „Richtig“ oder „Falsch“, sondern es geht um das Wahrnehmen, welchen Raum der Körper gerade braucht. Den persönlichen Raum können wir spüren, wenn wir unsere Aufmerksamkeit darauf richten – wie eine feine Energiehülle um uns herum. Pferde sind sensible Energieleser und spüren individuelle Räume sehr schnell und präzise.

Raumwahrnehmung und Gedanken

Auch unsere Gedanken haben Einfluss auf das persönliche Raumempfinden. Hier geht es vor allem um Bewertungen und gedankliche Vorannahmen, z.B. „Die anderen mögen mich / Die anderen lehnen mich ab“ oder „Ich gehöre dazu / Ich gehöre nicht dazu“. Je nach Inhalt dieser Gedanken fühlen wir uns mehr oder weniger getrennt oder verbunden mit den anderen – und das bestimmt, wie wir den Raum um uns herum wahrnehmen. Damit verknüpft ist auch das Empfinden, wie wohl wir uns im gemeinsamen Raum mit anderen fühlen.

Selbstwahrnehmung – Wie weit reicht mein Raum?

Machen Sie eine kleine Übung und spüren Sie Ihren Raum. Sie können das an jedem Ort, mit oder ohne andere Menschen in der Nähe, tun. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und spüren Sie Ihre Haut als Grenzlinie zwischen Körper und Umgebung. Dann dehnen Sie Ihre Aufmerksamkeit weiter aus – wie weit reicht Ihr persönlicher Raum? Das können einige Zentimeter, aber auch mehrere Meter sein. Auch hier zählt keine „Regel“, sondern Ihre Wahrnehmung im Moment.

Und dann nehmen Sie einen größeren Raum um sich selbst herum wahr. Wie fühlt er sich an? Wie spüren Sie andere Menschen bzw. Lebewesen in diesem Raum? Fühlen Sie sich eher verbunden oder getrennt von ihnen? Was passiert mit Ihrem Empfinden, wenn Andere auf Sie zukommen oder sich entfernen? Was ist Ihnen angenehm bzw. unangenehm? Wo spüren Sie unsichtbare Grenzen bei sich selbst oder bei den Anderen?

Sie können diese Übung an verschiedenen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten machen – und Sie werden manchmal ähnliche, aber auch ganz unterschiedliche Wahrnehmungen feststellen. Auf diese Art lernen Sie, Ihren Körper und Ihren Raum immer besser zu spüren.

Experimentieren mit Raum und Gedanken

Nun können Sie weiter experimentieren und verschiedene Gedankenmuster bewusst ausprobieren. Denken Sie sich „Ich bin mit allem verbunden“ und nehmen Sie den Raum um sich herum wahr. Wie fühlt er sich an? Wie weit spüren Sie den Raum?
Wie ändert sich Ihr Raumgefühl, wenn Sie denken „Ich gehöre nicht dazu“? Testen Sie verschiedene Gedanken und spüren Sie, wie der persönliche Raum um Sie herum sich verändert. „Ich bin willkommen“, „Die anderen wollen mir Böses“, „Die anderen mögen mich“ … welche Gedanken kommen Ihnen bekannt vor? Machen Sie sich Ihre „Lieblingsgedanken“ bewusst – und wählen Sie dann bewusst Gedanken aus, die Ihnen ein angenehmes Raumgefühl schaffen.

Innen und Außen gleichzeitig wahrnehmen

Wenn wir den Raum um uns herum wahrnehmen, können wir die verschiedenen Qualitäten spüren und entscheiden lernen, wieviel Raum wir für uns brauchen. Dabei gilt es aber auch, mit der Wahrnehmung nicht nur im Außen zu sein. Genauso wichtig ist es, sich selbst genau wahrzunehmen – das eigene Körperzentrum, oder die „Körpermitte“ zu spüren. Dabei hilft es z.B. auf den Atem zu achten oder bewusst die Aufmerksamkeit auf den Bauch- und Herzbereich zu richten. Dann sind Innen und Außen gleichzeitig präsent und es fällt leichter, aus dem inneren Raum heraus nach außen in Kontakt zu treten. Probieren Sie aus, wie sich Ihr Raumempfinden verändert, wenn Sie zuerst die Verbindung zu sich selbst spüren!

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Spüren und Experimentieren mit dem eigenen Raum. Haben Sie Geduld mit sich, wenn Sie nicht auf Anhieb „alles präzise wahrnehmen“ – das Empfinden für Raum und Grenzen ist uns Menschen zwar genauso gegeben wie den Pferden, aber wir haben im Alltag verlernt, darauf zu hören und müssen es uns erst wieder langsam „erspüren“. Schreiben Sie mir gern Ihre Erfahrungen!

 


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