Pferdemomente-Blog

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8 Punkte, wie du deine Innere Führung aktivierst

Fällt es dir oft schwer, mit den Wendungen des Lebens umzugehen? Entscheidungen zu treffen, Situationen und Möglichkeiten zu analysieren – und ganz wichtig: herauszufinden, was du selbst eigentlich willst? Da wäre es doch schön, eine klare innere Stimme zu haben, die dir sagt, wo es langgeht und was für dich gut ist. Einen inneren Kompass, der den Weg weist und dem du vertrauen kannst …
Diese innere Stimme gibt es. Doch die meisten Menschen haben verlernt, auf sie zu hören und verlassen sich im Alltag lieber auf die „Macht des Verstandes“. Das führt dann oft zu Grübeleien und Kopf-Zerbrechen. Du tust Dinge, die sich im Nachhinein nicht gut anfühlen. Oder spürst einen Wunsch nach Veränderung, findest aber durch Nachdenken keinen Weg dorthin …

Deinen inneren Kompass aktivieren

Die gute Nachricht: Mit ein bisschen Übung kannst du deinen inneren Kompass aktivieren! In meinen Seminaren erlebe ich immer wieder sehr eindrückliche Situationen, wo es um das Vertrauen in die innere Stimme geht. Da ist eine Teilnehmerin verzweifelt, weil das Pferd sich nicht bewegen lässt - und stellt dann verdutzt fest, dass sie selbst überhaupt keine Lust auf Bewegung verspürt, sich aber nicht traut es zu sagen! Oder für eine andere Teilnehmerin ist das Führen des Pferdes plötzlich so leicht - nachdem sie ihrem inneren Impuls gefolgt ist und die für sie passende Wegstrecke ausgesucht hat.
Bei den Pferde-Begegnungen zeigen sich wesentliche Punkte für eine verlässliche innere Stimme sehr deutlich. Gleichzeitig werden die Chancen sichtbar, die sich auftun, wenn wir unsere Gefühle wahrnehmen und inneren Impulsen folgen. Ich möchte dir gern die Schritte zeigen, mit denen du die Verbindung zu deiner inneren Führung stärken kannst:

1. Dein Körper ist dein „Seismograph“

Die innere Stimme wird auch oft „Bauchgefühl“ genannt. Und damit sollte klar sein, dass sie nicht im Kopf sitzt :-)

Die Grundidee ist, dass dein Körper das Werkzeug der inneren Stimme ist. Seine Sprache sind Gefühle und Empfindungen, die du spüren und dann hinterfragen kannst.
Ein „Kloß im Hals“? – Was verschlägt dir die Sprache? … Ein Druck im Bauch? – Was liegt dir im Magen oder ärgert dich? … Eine Spannung in Schulter und Nacken? – Was sitzt dir im Nacken oder belastet dich? Jede Empfindung in deinem Körper kann eine Information beinhalten. Der Körper teilt dir mit, was dir gerade gut tut oder was du brauchst, um dein inneres Gleichgewicht wieder herzustellen. Deshalb lohnt es sich, die Gefühle und Empfindungen ernst zu nehmen, zu hinterfragen und mutig den Schritt zu tun, der sich aus ihnen ableiten lässt.

2. Zeit nehmen zum Fühlen

Die zentralen Fragen an dich selbst sind: "Wie geht es mir gerade?", "Was nehme ich in meinem Körper wahr?" Das Wahrnehmen der eigenen Empfindungen funktioniert allerdings nicht „nebenbei“. Wenn du mit deinen Gedanken schon wieder bei der nächsten Aktion bist, fällt das Spüren schwer. Gerade wenn du „aus der Übung“ bist oder in der Alltagshektik Orientierung brauchst, heisst es: Innehalten. Es braucht Zeit und Raum, um sich mit seinem Körper zu verbinden. Mit ein bisschen Übung wird es dann immer leichter, deinen Körper bewusst zu spüren.

Du kannst dir den Zugang zu deinem Körper und den Gefühlen erleichtern, indem du eine entspannte und geborgene, für dich passende Umgebung schaffst. Das kann dein Lieblingsplatz in der Natur sein, die Badewanne oder die Couch, eine besondere Musik oder ein Spaziergang – wichtig ist, dass du den Raum und die Ruhe hast, um dich selbst bewusst wahrzunehmen. Natürlich braucht es auch ein bisschen Mut zum Fühlen, gerade wenn du nicht so angenehme Empfindungen entdeckst. Dann kannst du dich darauf konzentrieren, was du brauchst, damit du dich wieder besser fühlst - und das gibt dir eine Idee, wie dein nächster Schritt aussehen kann.

3. Unsicherheit aushalten - und dranbleiben!

Meist wünschen wir uns von der inneren Stimme Klarheit und einen nächsten Schritt zum Handeln – und das möglichst sofort. Unsicherheit auszuhalten fällt uns schwer. Doch manchmal braucht es Zeit und Geduld, damit eine Entscheidung reifen kann und sich als klarer innerer Impuls zeigt. Dann heißt es aushalten und dabeibleiben – und nicht vorschnell eine Entscheidung treffen. Alles ist gut, so wie es ist. Und alles gehört dazu. Jede Phase der Unsicherheit ist eine Chance, dich selbst noch besser kennenzulernen und herauszufinden, was wirklich „deins“ ist.
Lass deiner inneren Stimme also Zeit für einen Impuls. Beschäftige dich immer wieder mit dem Thema und trau dich, Phasen der Unsicherheit zuzulassen.

4. Mut zum Handeln - deine eigene Wahrheit aussprechen

Wenn du einen klaren inneren Impuls spürst, heißt es Handeln! Denn nur wenn du die Informationen deiner inneren Stimme umsetzt, bekommst du Erfolge und Bestätigung für dein Handeln. Damit stärkst du das Vertrauen in dein Gespür. Solange die Impulse der inneren Stimme kein Tun nach sich ziehen, waren sie umsonst und deine innere Stimme wird sich „zurückziehen“.
Trau dich, deinen Impulsen zu folgen und dich zu zeigen! Auch wenn das manchmal die Bereitschaft erfordert, ein Risiko einzugehen mit „ungewissem Ausgang“.

Anna, eine Teilnehmerin bei meinem Seminar, ist das Risiko eingegangen. Sie hatte plötzlich das Gefühl, keine Einzelarbeit mit dem Pferd machen zu wollen. Ihre Stute stand wartend auf dem Platz, doch Anna hatte „keine Lust“, zu ihr zu gehen und mit ihr Kontakt aufzunehmen. Sie war mutig genug, das auszusprechen, obwohl sie damit vielleicht ihre Möglichkeit zu einer Pferdebegegnung verpasste. Von den anderen Teilnehmern erntete sie Verwunderung. Im Gespräch fanden wir dann heraus, dass Anna viel lieber die Pferde beobachten wollte. Der Hengst auf der Nachbarkoppel zeigte Interesse an der Stute und Anna fand das Zusammenspiel zwischen den beiden Pferden sehr anziehend. Wir haben dann entschieden, für Anna eine „andere Art der Pferdebegegnung“ auszuprobieren – sie sollte ganz bewusst diese beiden Pferde von außen beobachten.
Und plötzlich entstand eine wunderbare Begegnung zwischen den Dreien – die Stute auf dem Platz, der Hengst auf der anderen Koppel und Anna als Beobachterin. Es war wie eine Meditation. Der Hengst stand ganz still und die Stute lief langsam im Viereck auf und ab. Die Verbindung zwischen den Dreien war deutlich spürbar und Anna bekam wichtige Erkenntnisse über sich selbst und ihr Erleben als Frau. Das war für sie im Moment viel wichtiger als der direkte Kontakt mit dem Pferd - und so war sie sehr glücklich, dass Sie den Mut hatte, ihr Gefühl auszusprechen!

Nur wenn du den Mut zum Handeln hast, kannst du deine innere Stimme stärken und dein Gefühl bestätigen! Und selbst wenn das Tun nicht „100%-erfolgreich“ ist, habst du einen wichtigen Schritt getan und eine Erfahrung gesammelt, die dich weiterbringt.

5. Der nächste Schritt zählt …

Für deine innere Stimme geht es nicht primär darum, ein fest definiertes Ziel zu erreichen, sondern einen Weg zu gehen. Das kann erstmal ungewohnt sein, da wir meist schon im Vorhinein wissen wollen, „wo es hingeht“. Doch das Ziel kann sich auf dem Weg auch verändern, wenn du durch einzelne Schritte Erfahrungen sammelst und neue Erkenntnisse gewinnst. Deshalb ist es wichtig, im Moment zu bleiben und nur wahrzunehmen, was der nächste Schritt ist.

Willst du dich beruflich verändern, weißt aber nicht genau wie? Dann grübel nicht länger, sondern probiere das aus, was dich anzieht! Tu das, worauf du Lust hast - ohne dir gleich die Frage zu stellen, ob das „sinnvoll“ ist oder ob du dich davon ernähren kannst …
Tu erstmal den nächsten Schritt in die gewünschte Richtung. Probiere etwas aus und nimm deine Gefühle dabei wahr – bekommst du „Lust auf mehr“ oder merkst du „danke, so doch nicht“? Egal welche Erfahrung du machst, wichtig ist das Losgehen! Oft ergibt sich aus diesem nächsten Schritt der Weg zu einer „Lösung“, die dir beim bloßen Nachdenken niemals eingefallen wäre!

6. … und das Vertrauen

Vertraue darauf, dass der nächste Schritt dich in die richtige Richtung führt. Dass du das bekommst, was du dir wünschst – oder etwas noch viel besseres!

Oft kommen auch Impulse aus bisher unbekannten Richtungen, die aber genau zum Thema passen: der überraschende Anruf einer Freundin und ihre Sicht auf die Dinge, das Entdecken eines Buches oder Vortrages zum Thema, eine Begegnung mit einem anderen Menschen … Das „Universum“ (oder wie auch immer du eine liebevolle „höhere Instanz“ nennen möchtest) kennt so viele Möglichkeiten, uns zu unterstützen – wenn wir es nur zulassen! Achte einfach darauf, was in deinem Leben passiert und wie es vielleicht mit deinem Thema zusammenhängen könnte. Vielleicht bist du verblüfft, welche Schritte sich dadurch entwickeln.

7. Die Sache mit der Angst

Wenn wir uns in Unbekanntes vorwagen, werden unsere Ängste aktiviert. Das ist ganz normal. Vielleicht hast du einen inneren Impuls, was dein nächster Schritt sein könnte – und spürst gleichzeitig eine Angst in dir aufsteigen?
Angst zeigt oft eine Entwicklungschance auf. Eigentlich ist es auch keine richtige Angst - eher ein Gefühl von Verletzlichkeit, das auftaucht wenn wir unsere gewohnten Bahnen verlassen. Etwas, womit wir unsere Grenzen erweitern und Neues entdecken. Ich habe schon mehrfach die Erfahrung gemacht, dass ich vor einer Situation oder Aktivität Angst hatte und doch deutlich gespürt habe, dass diese Sache im Moment genau der richtige Schritt für meine Entwicklung ist. Ein Vortrag vor großem Publikum? Eine Tantramassage? Eine Reise allein, ans andere Ende der Welt? … Es gibt viele mögliche Entwicklungsschritte – deine innere Stimme und deine Angst sind Wegweiser, welches für dich genau der richtige Schritt ist.

Natürlich geht es nicht darum, eine existenzielle Angst einfach zu übergehen – sondern bewusst wahrzunehmen, ob der „Reiz an der Sache“ überwiegt und deine Angst vielleicht nur eine Ausrede ist, diesen Entwicklungsschritt nicht zu tun. Das ist eine tolle Möglichkeit, mit deiner inneren Führung in Kontakt zu kommen und zu spüren, was dir wirklich wichtig ist. Schau dir deine Angst bewusst an – und wie „real“ sie ist. Dann kannst du entscheiden, wie du gut für dich sorgen kannst. Und wenn du dich dieser Angst stellen und an ihr wachsen willst, dann geh den nächsten Schritt mit ganzem Herzen!

8. Die Sprache deiner Intuition verstehen

Mit der Zeit wirst du herausfinden, mit welcher „Sprache“ deine innere Stimme zu dir spricht. Wie fühlt es sich an, wenn du eine klare Intuition hast? Bei dem Einen sind die Körpergefühle am deutlichsten, bei der anderen eher ein Bild oder Wort mit dem Gefühl der Gewissheit … Jeder hat seinen eigenen Zugang zur inneren Stimme und es lohnt sich herauszufinden, wie und wo du deine innere Stimme am besten wahrnimmst.

Erinnere dich an Situationen, in denen du bereits einen klaren Impuls hattest und damit eine gute Entscheidung getroffen hast. Wie hat sich dieser Impuls angefühlt? War es eher ein Gefühl in einer bestimmten Körperregion, ein Wort, ein Bild oder Ton? Je genauer du erkennst, wie dein innerer Kompass funktioniert, desto leichter wirst du diese innere Führung wahrnehmen und ihr vertrauen können.

Zu guter Letzt: Genieße den Prozess :-)

Der Weg zu einer klaren inneren Führung ist ein Prozess, bei dem du dich selbst immer besser kennenlernst. Du brauchst nichts weiter als die Bereitschaft zum Ausprobieren und ein bisschen Geduld. Dabei kann es durchaus hilfreich sein, den kritischen Geist auszuschalten und sich mit Neugier auf dieses Experiment einzulassen.

Wie wäre es, wenn es eine Instanz in dir gibt, die dir wie ein Kompass den nächsten Schritt zeigt? Am einfachsten findest du es durch Ausprobieren heraus. Du kannst dich an den oben genannten Punkten orientieren – sicher gibt es einen davon, der dich besonders anspricht und Lust aufs Testen macht! Übe zuerst an kleinen Situationen, in der du dein inneres Gefühl erfragst und daraus eine Handlung erspürst. Vielleicht eine Idee für den nächsten Ausflug oder eine Person, die dir gerade gut tut. Und wenn das Vertrauen in deine innere Führung wächst, kannst du ganz bewusst auch nach „größeren Dingen“ fragen.

Ich wünsche dir viel Freude und wertvolle Erlebnisse dabei! Schreib mir im Kommentar deine Erfahrungen - und teile gern deine persönlichen Tipps, um Vertrauen zur inneren Führung aufzubauen.

 


Kommentare  

 
#1 Tanja Lakomski 2014-06-14 08:15
Liebe Katharina,
wieder sooo schön zu lesen,rettet mir heute den Tag,am Morgen auf die richtige "Spur" gesetzt zu sein...
Danke, für Deine klaren, sanften, berührenden Worte
Tanja
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#2 Katharina 2014-06-15 08:50
Vielen Dank liebe Tanja!
Ich freue mich, wenn dich meine Worte inspirieren, das darf ich mit den Pferden auch immer wieder erfahren :-)
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